(Aktualisiert Mai 2026)
Was tun, wenn Businessfrau Birnen einkochen möchte? Sie nutzt die Gunst der Stunde, äh des Überangebots des Birnbaum-Monsters auf dem Hof, wo unser Pferd lebt (2026: lebte). Natürlich möchte ich nicht nur einkochen, sondern kulinarische Erlebnisse schaffen. Möglichst effizient, denn ich habe ja auch noch meinen Job! Dies ist ein Blogartikel über das Hamstern, meine Leidenschaft des Einkochens und über das Eichhörnchen in mir. Und weil es um das Storytelling geht, findest du hier auch einiges zum Thema:
Setz dir eine andere Brille auf und – zack – wird deine Story ganz anders.
Oder ein Foto. Oder eine Szene.
Viel Spaß beim Lesen und Umsetzen!
Die Story vom Birnbaum
Auf dem landwirtschaftlichen Betrieb gleich um die Ecke, steht unser Islandpferd Nana (sie war bis 2020 unser heißgeliebtes Islandpferd). Wir versorgen unser Pferd selbst, das heißt täglich misten, füttern und den Rest. Heute ist unser Sohn dabei (wir schreiben das Jahr 2019, also ist er 14). Wie üblich parke ich auf dem Hof unter dem Birnbaum. Ein uralter dürrer Riese, dem der ein oder andere Sturm schon mehrere Seitenäste genommen hat. Wie ein gekrümmter Zeigefinger kratzt sein Stamm in den Himmel, nein er bohrt sich schier in die Wolken. Bei Gewitterstimmung sieht er wie ein Requisit aus „Sleepy Hollow“ aus. Seine Aststummel sind dieses Jahr vollbepackt mit Birnen. Ob das eine gute Idee ist, ausgerechnet unter ihm zu parken?
Was ist mit dem Baum passiert?

In diesem Foto habe nicht den freundlichen Obstbaum aus der Nachbarschaft dargestellt, 😉 sondern einen Gruselbaum, der seine Flüche warnend gen Himmel schleudert. Ich habe mir also eine andere Storytelling-Brille aufgesetzt und dann nach dem passenden Story-Motiv gesucht. In diesem Fall wusste ich, dass ich den Birnbaum fotografieren möchte. Daher bin ich einmal um ihn herumgegangen und dann fiel mir auf, dass der Baum, wenn ich oben auf dem Hang stehe, im Gegenlicht steht. Von hier aus sieht man auch diesen eigenartigen, knorrigen Ast. Das passte genau zu dem Gefühl, was mich überkam, als ich unter dem Baum parkte, denn …
Das Gewicht seiner Früchte, beschleunigt durch 20 Meter im freien Fall, könnte sich marginal nachteilig auf mein Autodach auswirken, denke ich gerade, als neben mir ein weiteres Monstrum anhält. Der hofeigene John-Deere-Traktor. Oha, Bauer Hans im Anmarsch! Für uns Einsteller ist das meist ein Warnzeichen, dass wir in den Augen des Eigentümers des landwirtschaftlichen Anwesens irgendetwas falsch gemacht, vergessen oder jetzt sofort erledigen sollten.
Bauer Hans zeigt nach oben auf seinen Gruselbaum und sagt: „Trägt wieder so viele Birnen, was?“
Ich nicke.
Bauer Hans: „Und das, obwohl wir ihn schon längst tot geglaubt haben.“
Ich fasse mir ein Herz: „Ob wir uns ein paar davon nehmen könnten?“
Bauer Hans: „Nimm mit. Die braucht keiner bei uns!“
Über das Birneneinkochen und Fotografieren
Gleicher Tag, selber Baum!

Jetzt setze ich mir eine andere Storytelling-Brille auf und dann sieht derselbe Baum wie ein lieber alter Birnbaum aus. Ich habe ihn einfach von der anderen Seite fotografiert: Das Licht scheint nun auf den Baum, ich stehe unterhalb des Hangs und blicke (erfürchtig) nach oben. Diese Brille passt nun perfekt zum folgenden Text, in dem es um die Ernte geht. Und um die Früchte unseres Erfolges, die wir einkochen.
Es gibt übrigens viele Gründe, warum du in deinem Business abwechslungsreich erzählen solltest, 46 davon habe ich hier zusammengetragen.
Birnen von jetzt auf gleich zum selbst Ernten? Was für eine Frage! Mein inneres Eichhörnchen jubelt, doch halt: Vor dem Einkochen müssen die Birnen erst geerntet werden. Aber wie? Bauer Hans weiß Rat und läuft in seine Werkstatt. Wenig später stehe ich, ausgerüstet mit langem Pflückstab und Sohn, unter dem Baum. Der Gruselbaum sieht jetzt auch nicht mehr so schaurig aus.
Ich soll ja als „Working Mom“, auch das Delegieren üben, habe ich mal gelesen? Das tue ich jetzt und reiche den Stab an den Sohn (14 Jahre) weiter. Während er die schönsten Birnen vom Baum holt, prüfe ich fachfraulich die Qualität.
Die Birnensorte mit festem Fruchtfleisch, erkennt man daran, dass ich mir fast die Zähne ausbeiße. Obwohl bretthart, schmecken die Birnen ausgesprochen süß. Ideal für Kuchen, eingemachte Birnen im Glas … Mein Gehirn beginnt Bilder von Birnenkuchen, Birnenkompott und weiteren Köstlichkeiten zu senden. Das Eichhörnchen in mir spricht: „Pflücken! Wir müssen mehr pflücken!“
Ernte einkochen im High-Tech-Zeitalter


Birnen erst schälen und entkernen, dann halbieren und einkochen.
Wieder zu Hause die Ernüchterung: Was tue ich jetzt mit diesen vielen Birnen? Ich bereite zuerst ein Traubengelee mit Birnenstückchen und Thymian, denn ich muss zeitgleich unsere eigene, reiche Traubenernte verarbeiten. Als Zweites fallen mir diese köstlichen Birnen in Rotwein ein, die ich letztes Jahr geschenkt bekommen habe. Meine Nachbarin hatte sie in den Gläsern eingekocht. Doch einmachen im Backofen? In unser schmales Teil passen höchstens sechs Gläser, was bei dem Birnenvorrat mehrere Einkochwochen bedeuten würde.
Das muss anders gehen!
In der Facebook-Gruppe mit vielen Landfrauen reicht mir die schnelle Kurzrecherche, und schon setzt sich das Zauberwort Ein-koch-au-to-mat, kurz EKA, in meinem Kopf fest. Geräte mit digitalem Display, Abschaltautomatik, Warnpiepser …
Willkommen in der High-Tech-Küche!
Einkochautomat testet Rotweinbirne und umgekehrt

Stolz präsentiere ich hiermit die ersten Gläser Rotweinbirnen und Traubengelees mit Birnenstückchen und Thymian, digital eingemacht „mit Piep“ und Abschaltautomatik im „EKA“.
Alles schmeckt(e) übrigens köstlich. Wenn du mich ganz lieb nach den Rezepten fragst, könnte es sein, dass ich sie dir zusende. 😉
Kochst du ein, und wenn ja was? Süß oder herzhaft? Erzähle mir von deinem Lieblingsrezept!
Tipp: So testest du die Storytelling-Kraft deines Motivs! Fotografiere es im Gegenlicht, wähle ein Detail (knorriger Ast), eine andere Perspektive und schon bekommt der Baum, die Katze oder dein Arbeitsplatz (!) eine andere Ausstrahlung.




Ich mache auch gerne Marmeladen selbst. Ob Pflaumen, Brombeeren, Äpfel oder was hat so wächst. Ein Birnengelee hält sich auch total gut an. Ich glaube das werde ich auch mal probieren. Liebe Grüße, Claudia
Hi Claudia, ja mach das! Ich empfehle die Kombi Birnenstückchen, Traubengelee & Thymian – mein absolutes Highlight 2019!
Hach das versetzt mich gerade in meine Kindheit! Meine Oma und meine Mutter hatten damals auch ganz viel eingekocht, ich sehe noch die ganzen Einweckgläser im Keller vor mir und hatte mich immer gefreut, wenn wir im Winter dann Kirschen, Birnen, Apfelmus und so weiter naschen konnten … die Birnen in Rotwein würde ich auch gern probieren!
Liebe Grüße
Jana
Ich liebe es, Marmeladen bzw. Konfitüren zu kochen. Das geht sogar low carb ganz einfach.
Birnen sind auch was Leckeres.
Viele liebe Grüße
Sandra