Her mit den Story-Ideen!

Wie du Ideen für Business-Storys findest

Storytelling klingt gut, aber dir fallen keine Ideen für Business-Storys ein? Die gute Nachricht: Das lässt sich ändern! Ich weiß, was für uns Kreative selbstverständlich klingt, fällt dir vielleicht noch schwer: Neue Ideen „auf Knopfdruck“ zu bekommen. Aber da gibt es jede Menge Tricks und Strategien. Wir, die in kreativen Berufen arbeiten, kennen sie natürlich und wenden sie an. Ein paar davon stelle ich dir hier vor, und zwar die, von denen ich überzeugt bin, dass du sie gut gebrauchen kannst.

Wie findest du gute neue Storys?

Die Suche nach einer guten Idee für dein Business läuft ganz ähnlich ab, wie die Suche nach einem coolen Werbetext oder einer Plot-Idee für einen neuen Roman. Unser Gehirn muss erst gezielt „angefüttert“ werden, dann beginnt es zu „rattern“.

Für neue Ideen brauchst du einen Entdeckerblick. Eben die gewisse Portion Fantasie, mit der wir auch im Alltag regelmäßig neue Ideen, zum Beispiel für Story, entdecken. Kinder haben übrigens einen besonders guten Entdeckerblick.

Bei mir schaltet sich dieser Entdeckerblick ein, sobald ich mich intensiv mit einem Thema beschäftige. Manchmal drehen meine Flausen auch etwas durch, aber das ist völlig in Ordnung ;). Gerade wenn ich so richtig schön herumalbere oder total entspannt auf dem Sofa hänge, dann kommt sie, die gute Idee. 

Natürlich tun wir uns alle schwerer mit neuen Entdeckungen im gewohnten Umfeld, wie dem eigenen Business. Dann musst du deiner Muse etwas mehr auf die Sprünge helfen. – Die Profis aus der Kreativbranche machen das nicht anders. Aber wie geht das nun konkret?

Business-Storys im Team finden

Im Unternehmen könnt ihr regelmäßig Brainstorming durchführen, denn im Team Ideen zu sammeln ist sehr effektiv. Gezieltes Brainstorming – egal mit welcher Methode – lässt die Ideen in der Gruppe nur so sprudeln, wenn man gewisse Spielregeln einhält. 

Die wichtigste Regel: Nicht werten! Lasst zunächst alle Ideen zu und schreibt sie für alle sichtbar auf. Erst in einem zweiten Schritt wird sortiert, gruppiert und gewertet. So kommt ihr zu viel besseren Ergebnissen, weil dann keine Idee durch Wertungen zurückgehalten wird. Im Team geht das ja gut, aber was, wenn du ganz alleine zu einer neuen Story kommen möchtest?

Business-Storys alleine finden

Auch alleine kannst du gezielt deine Kreativität anregen und lenken. Musst du sogar, wenn du alleine auf neue Ideen kommen möchtest. Als Solopreneur oder einsamer Chef ganz oben gibt es zum Glück auch Methoden zum Solo-Brainstorming. Ich habe so gut wie jede selbst ausprobiert.

Die wichtigste Regel: Auch hier gilt: Lasse zuerst alle Ideen zu, werte nicht! Dein innerer Kritiker muss sich zurückhalten beim Solo-Brainstorming, dann sprudeln deine Ideen.

8 Tipps für kreative Ideen

Bestandsaufnahme

Trage alles zusammen, was du zu deinem Thema schon hast. Suche in deinem Unternehmen, frage deine und andere involvierte Abteilungen, suche Infos in E-Mails, Besprechungsprotokollen, Werbemitteln und anderen Unterlagen.

Tipp: Wichtig bei der Bestandsaufnahme ist es, auch dort zu schauen, wo du sonst nicht hinsiehst. Andere Abteilungen und Teams haben andere Ansätze, kommen aber vielleicht ebenfalls mit deinem Thema in Kontakt? Als Marketingabteilung tut man beispielsweise gut daran, nicht nur beim Verkauf, sondern auch beim Einkauf, in der Produktion oder am Empfang um Mithilfe zu bitten. Eben an den Stellen, an denen neue Informationen (von innen und außen) und damit wertvoller Stoff für Storys ankommt – immer mit anderen Schwerpunkten.

Sammeln

Frag dich: Wo finde ich weitere Informationen zum Thema, zur Zielgruppe, zum Umfeld des Themas usw.? Natürlich ist der direkte Austausch mit echten Menschen aus der Zielgruppe immer am besten. Doch die hast du vielleicht nicht immer direkt greifbar. Dann kannst du auch „Doktor Google“ oder „Professorin KI“ 😉 fragen, in eine Facebook-Gruppe eintreten oder mittels Hashtag eine gezielte Suche auf Instagram oder LinkedIn starten, kurz: gehe an Orte, an denen sich auch deine Zielgruppe befindet, denn hier schlummern viele viele Storys zum Thema.

Tipp: Als ich Texte für einen Aquaristik-Kunden schreiben sollte, habe mich in eine Facebook-Gruppe zu Meeresaquaristik aufnehmen lassen. Hier habe ich erfahren, was die Zielgruppe noch so bewegt außer das, was mir vom Kunden als „Leidensdruck“ mitgeteilt wurde. Es war sehr interessant und ich habe sehr viel tolles „Storyfutter“ gesammelt – ganz nah am Bedarf der Zielgruppe.

Beobachten

Beobachte deine Umgebung. Was fällt dir zu deinem Thema auf? Wie gehen andere mit dem Thema um? Wie verhält sich die Zielgruppe, die Konkurrenz oder auch die Gesellschaft allgemein zu diesem einen Thema? Lass einfach zu, wenn dein Blick auf bestimmte Dinge fällt. Besonders gut kann ich beobachten, wenn ich gerade mit etwas anderem beschäftigt bin, wie spazieren gehen, in der Küche etwas schnippeln oder die Weinrebe an unserer Pergola schneiden … Oft schnappe ich auch ein Gespräch im Zug oder auf einer Party auf.

Tipp: Beobachten ist ein laufender Prozess, der über die gesamte Findungsphase läuft. Notiere deine Beobachtung sofort! – Ich habe zum Beispiel immer ein Notizbuch dabei oder schreibe in ein Google-Doc mit meinem Smartphone. Du kannst auch eine Notizen-App nutzen, davon gibt es viele gute.

Recherchieren und analysieren

Jetzt noch etwas Hintergrundmaterial sichten … Jetzt wird es schon etwas wissenschaftlich: Untersuche bestehende Literatur, Artikel, Studien und Berichte zu deinem Thema. Analysiere aktuelle Trends und Entwicklungen in deinem Themenbereich. Dieser Punkt scheint dir vielleicht banal, doch die meisten nutzen ihn tatsächlich nicht. Hintergrundmaterial kann dir nicht nur mehr Ideen, sondern deinen Storys auch mehr Tiefe schenken.

Tipp: Wenn du etwas tiefer zu einer aktuellen Entwicklung recherchierst und sie mit deiner persönlichen Haltung in Verbindung bringst, dann kommst du gut zu neuen Story-Ideen. So ist auch mein Blogartikel KI und Storytelling entstanden.

Umkehren

Frage dich, „Was wäre das Gegenteil dieses Problems?“, oder „Wie würde jemand, der gegen diese Idee ist, das Problem lösen?“ Der Trick beim Umkehren eines Problems ist, dass du ein Thema von einer Seite betrachtest, die du vorher so nicht gesehen hast. Ich bekomme so besonders ungewöhnliche Ideen für Erfolgs-Storys (auch die Misserfolge anschauen), für special Interest-Storys (zum Hobby Meeresaquaristik auch die Süßwasser-Aquarianer befragen) usw.

Tipp: Beim Umkehren entdeckst du die andere Seite deines Business. Mit der „Umkehr-Brille“ sind schon sehr lustige Blogartikel von mir entstanden, wie zum Beispiel die Pasta-Story, in der ich mich fragte: Welche Nudel bin ich? Da habe ich in meinen Pasta-Teller geschaut und gedacht: Was, wenn ich eine Nudel wäre?

Über den Tellerrand schauen

Apropos Teller, der Blick über die Ränder des eigenen Daseins lohnt sich immer – und natürlich gerade auch beim Ideenfinden: Wie gehen andere Disziplinen an ähnliche Themen heran? Wie machen das Unternehmen in anderen Ländern, auf anderen Kontinenten, in der Vergangenheit und wie könnte das in der Zukunft aussehen? Wie löst man hier oder dort ein ähnliches Problem?

Tipp: Mit dem Blick über den Tellerrand ist mir mein Blogartikel über die Storytelling-Mythen eingefallen. Denn da habe ich mein geliebtes Thema mal von der anderen Seite betrachtet: Was, wenn jemand Geschichtenerzählen doof findet?

Random Play

Jetzt wird es wild und besonders kreativ! Nimm zufällige Wörter oder Bilder als Inspiration und versuche, eine Verbindung zu deinem Thema herzustellen. Klingt lustig? Ist es auch! 😉 Diese besonders spielerische Herangehensweise bringt dir völlig neue Ideen für coole Storys. Probiere Random Play mal aus!

Scamper-Methode

Scamper ist ein Akronym aus: S – Substitute (Ersetzen), C – Combine (Kombinieren), A – Adapt (Anpassen), M – Modify (Modifizieren), P – Put to another use (Für andere Zwecke verwenden), E – Eliminate (löschen), R – Reverse (Umkehren).

So geht das: Frage dich, wie du ein Produkt oder eine Idee ändern kannst, indem du sie ersetzt, kombinierst, anpasst, modifizierst, für andere Zwecke verwendest, löschst oder sie rückwärts angehst.

Tipp: Spiele, wie Stadt-Land-Fluss helfen beim“scampern“. Füge statt „Stadt“ oder „Tier“ Kategorien von deinem Business hinzu, wie „Solar“ (wenn du Dachdecker bist) oder „Seelisches“ (als Lebensmitte-Coach).

Bei mir läuft die Scamper-Methode oft unbewusst ab: Ich möchte zu einem Thema etwas Neues finden und schaue, womit ich es ersetzen kann (substitute). Manchmal nehme ich ein weiteres Thema dazu (combine), passe hier und da etwas an (adapt), variiere … und schaue, wofür man ein Produkt noch so verwenden könnte (put to another use). Oder ich nehme einen Teil davon weg (eliminate) oder probiere die Anwendung umzudrehen (reverse) usw. – Zack: Storyideen! 😉

Noch ein Beispiel: Für meine Rede auf einer Anti-Rassismus-Kundgebung wusste ich erst nur, was ich nicht sagen wollte und dass sie nicht zu ernst werden sollte. Das habe ich dann umgekehrt, negative durch positive Sätze ersetzt und die ganze Rede noch mit einem Song aus meiner Jugend angereichert. Hier kannst du lesen, wie ich meine Rede für das Thema Storytelling zum Motivieren genutzt habe (Put to another use).

Bei allen Methoden gilt:

Finde Ideen für Business-Storys, ohne sie gleich zu werten, denn sobald du wertest, stoppt der Gedankenstrom (rechte Gehirnhälfte) und der Verstand übernimmt (linke Gehirnhälfte). – Lass also auch die wildsten Ergebnisse zuerst einmal zu, aussortiert wird später!

Probier gleich ein paar dieser Tipps aus, dann siehst du, was bei dir am besten klappt. Was funktioniert bei dir besser und was nicht so? Kommentiere gerne direkt unter diesen Beitrag; deine Erfahrung interessiert mich!

Lass mich erzählen!

Langatmig kann jeder. Du denkst, Engineering verstehen nur Spezialisten, Programmieren ist nur was für Nerds und die Kommunalverwaltung geht zum Lachen in den Keller? Buch mich als Keynote-Speaker oder Poetry-Slammerin und alle Zweifel sind beseitigt! 😉

1 Kommentar zu „Wie du Ideen für Business-Storys findest“

  1. Liebe Manuela,

    das sind ja wundervolle Ideen, die du uns an die Hand gibst. das eine oder andere kennen ich, doch einiges ist auch neu dazugekommen. Notizen machen sind meine Spezialitäten – zum Glück habe ich am Handy mein Notizbuch entdeckt, auf das ich nicht nur schreiben sogar auch sprechen kann – es erleichtert vieles!
    Da kommt gerade Lust auf, einen Beitrag zu schreiben….

    hairzlichen Dank,
    Susanne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner