Schreiben und Tingeln und ab auf die Bühne!

Oh, du mein Schreiben und Tingeln!

(aktualisiert Juni 2026)
Dieser Blogartikel entstand aufgrund der Blogparade von Kerstin Salvador, „Wohin mich mein Schreiben schon geführt hat“. Sie rief dazu auf, einmal in sich zu gehen und zu überlegen, was das Schreiben schon alles ausgelöst hat. Da ich ja auch beruflich sehr viel schreibe, konzentriere ich mich auf den Teil, den ich zu lang zu sehr vernachlässigt habe, obwohl er mir so wichtig ist.
Meine Mutter fragte mich während meines Germanistik-Studiums, was ich denn danach machen wollte. Ich antwortete, dass ich am liebsten irgendwann einmal fantastische Romane schreiben und als Schauspielerin quer durch Europa tingeln möchte. Dann bekam ich nach dem Studium meinen Job als Werbetexterin, zog nach Bayern, heiratete, bekam ein Kind … Hatte sich das mit dem „fantastischen Schreiben und Tingeln“ erledigt?

Wohin mich das Schreiben noch so geführt hat

Bloggen

Zwischen meinem Brotjob, der sich mittlerweile hauptsächlich um Webseitentexte, Texte für Imagevideos sowie Landkreis- und Städtechroniken dreht, schreibe ich schon seit längerem unfassbar gerne Blogartikel. Seit 2021 blogge ich noch gezielter mit einem großen Netzwerk im Rücken, der Content Society. Das Bloggen öffnete mir wieder meinen Blick auf das, was ich kann, will und glaube. Es führte mich zurück zum Ursprung: Ich. schreibe. gern.

Durch das Bloggen bekam ich wieder Mut zum „freien Schreiben ohne Auftrag“””.

Kinderbuch in der Schublade

Irgendwann in den 90er Jahren begann ich mit einer Geschichte mit Tieren, die – ganz ähnlich wie bei einem meiner Lieblingsbücher „Der Wind in den Weiden“ auch menschlich handeln. Im Gegensatz zu dem Buch von Kenneth Graham sind bei mir aber die Wiesel die „Guten“. Die Idee zum Buchprojekt kam mir, weil ich endlich die Geschichten aus der Kindheit meines Bruders und mir aufschreiben wollte. Wir hatten nämlich „imaginäre Zweitcharakter“, jeder in unserer Familie war ein Tier. Diese Tiere machten dann lauter freche Sachen, die wir natürlich nie getan hätten. In meiner Geschichte erleben die drei Tiere ein Abenteuer, in dem sie sich beweisen müssen und zusammenwachsen. Mehr dazu verrate ich nicht, denn dieses Kinderbuch über Abenteuer und Freundschaft über alle Grenzen hinweg liegt hier in meiner Schublade mittlerweile als erster Entwurf fertig vor. Ich möchte es noch überarbeiten – und dann mutig Verlagen vorstellen. 

Was ich früher noch so alles werden wollte, habe ich übrigens hier verbloggt.

Phantastisches Romanprojekt

Als ich dann meine zweite von drei Kurzgeschichten in einer Anthologie untergebracht bekommen hatte, dachte ich mir, meine Schreibkunst scheinen ja auch andere gerne zu lesen. Ich weiß, ich bin furchtbar: Ich denke immer, das interessiert keinen oder das ist nicht gut genug. Auf jeden Fall hatte ich 2020 meine fantastische Kurzgeschichte, die in einem Münchner Comicbuchladen spielt, gedruckt in der wunderschönen Anthologie “Hic sunt Dracones” vor mir liegen, und dann stand diese Lesung auf Twitch an. Wir erinnern uns: Es war Lockdown, Lesungen fielen aus bzw. fanden online statt. Das Publikum auf Twitch bestand hauptsächlich aus den Herausgeberinnen der Kurzgeschichtensammlung, den Münchner Schreiberlingen, sowie der Autorinnen, Autoren und ein paar anderen Menschen. 

Was für eine Quote! Drei Kurzgeschichten habe ich erst geschrieben, davon wurden zwei in Anthologien veröffentlicht.

Nach meiner „Drachen-Lesung“ auf Twitch wurde ich gefragt, ob ich die Geschichte über Gerd, den Nerd, Isabella, die geheimnisvolle spanische Lady und die seltsame Karte aus knisterndem, schuppigem Material nicht zu einem Roman ausarbeiten wolle? Ich überlegte kurz und dachte mir, au ja! So setzte ich mich daran, eine große Handlung um diese Kurzgeschichte zu entwickeln, mit guten Helden und bösen Gegenspielern.

Heraus kam mein zweites Buchprojekt „Die Bruderschaft der Drachen“. Momentan bin ich bei Kapitel 4 und habe fest vor es dieses Jahr zumindest im ersten Rutsch fertigzubekommen (Word!)

Schreib-Communitys

Weil ich nicht täglich an meinen Projekten schrieb, suchte ich mir Hilfe und fand sie in München. Ich bewarb mich 2022 für den Jahreslehrgang Schreiben bei der Münchner Volkshochschule, wurde angenommen und verbrachte ein ganzes Jahr mit einem super-coolen Netzwerk von 12 Autorinnen und Autoren sowie gleich mehreren namhaften Coaches aus der Literaturszene. Wir wurden trainiert, wir schrieben, wir lasen uns unsere Texte gegenseitig vor, besprachen sie – und so wuchsen die Storys Schritt für Schritt weiter, obwohl ich kaum Zeit für sie fand. Witzig: Ich war die einzige „fantastische Autorin“ in der Gruppe, und anfangs bestand große Abneigung gegen das Fantasy-Genre, hinterher nicht mehr. Also habe ich auch noch meinen Teil zur Begeisterung für fantastische Geschichten beigetragen, das finde ich schön! 

Zum Abschluss stellten wir, die Teilnehmenden des Jahreslehrgangs, unsere Geschichten bei einem Lesefest vor und auch hier kam wieder das Feedback aus dem Publikum (das mich und meine Geschichte nicht kannte): „Schreib bitte weiter, wir wollen deine Geschichte lesen!“

Seit 2024 bin ich Mitglied der Lesebühne Augsburg. Gemeinsam mit anderen Autorinnen und Autoren in Augsburg und Umgebung veranstalten wir Lesungen, gehen auf Messen und tauschen uns aus. Aber da fehlt ja noch das mit dem „Tingeln“ …

Was ist eigentlich tingeln? Das habe ich in Manus Nerd-Nugget zum Thema „Tingeln“ erklärt.

Poetry-Slams

Ich hätte nie gedacht, dass mich das Schreiben wirklich einmal so auf die Bühne führt, und das kam so:

Jürgen (Poet aus unserem Ort) klopft 2023 an: „Du schreibst doch!“
Ich: „Ja. So unterhaltsame Sachbücher, fantastische Prosa …“
Jürgen: „Schreibst du auch Gedichte?“
Ich: „Nee!“
Jürgen: „Okay, du bist gebucht für unseren ersten Auftritt auf der A(ch)WO-Bühne. Du machst das schon!“
Ich: 😳

Seit 2024 schreibe ich also auch wieder Texte, die ich dann live „slamme“. Poetry-Slam macht mir so einen riesigen Spaß, dass ich mittlerweile schon ein kleines Repertoire an kurzen Texten habe. Eine Künstler:innen-Community haben wir auch vor Ort aufgebaut; Jürgen und der von ihm ins Leben gerufene A(ch)Wo-Kulturbühne sei Dank. Und ich bilde mich in der „Poeterey“, wie Martin Opitz sagt, fort: Die regelmäßigen Besuche von Workshops beim Theater Augsburg sind toll, denn da treffe ich andere Künstlerinnen und Künstler. Mit viel Rückenstärkung trete ich jetzt auch immer mutiger bei Poetry-Slams auf, dieses Jahr war ich sogar schon beim legendären „Bahnwörter-Slam“ in München. Auf meinem Blog erfährst du auch etwas über meine Auftritte in Rückblicken, wie diesem hier.

Bild 1: Poetry-Slam im Heimatmuseum, Bild 2: Poetry-Slam im Gasthof.

Wohin mich das Schreiben nicht geführt hat

Das Schreiben von Geschichten und die Auftritte helfen mir, mit den schwereren Kapiteln meines Lebens, besser zurechtzukommen. Ich werde aber weder Blog noch Buch über meine chronische Krankheit machen. Ich mag es persönlich nicht, über meinen Krebs und meinen persönlichen Leidensweg zu schreiben. Ab und zu erwähne ich Teile davon, aber das genügt für mich. – Ich finde es dafür echt gut, wenn andere über ihre Leidenswege schreiben.

Schreiben fokussiert

Was ich in meinen Schreibkursen sage, gilt auch für mich: Schreiben fokussiert! 🙂 Diesen Blogartikel habe ich zum Beispiel zum Anlass genommen, um über meine freien Schreib- und Bühnenprojekte zu schreiben und so beidem für mich mehr Gewicht zu geben. Ich sollte meine Kunst ECHT endlich ernster nehmen!

Wenn du auch mit einem Herzensthema sichtbar werden willst, dann schau ruhig unverbindlich in mein Trainingsangebot. Vielleicht ist ja etwas für dich dabei!

Storytelling lernen!

Raus aus dem Alltagstrott, hinein in cooles, eigenes Storytelling!

Für individuelle Workshops, Seminare und Schreibwerkstätten komme ich zu dir. In der Kleingruppe (9-13 Personen) probieren wir ganz viel aus und trainieren unseren „Erzählmuskel“.

Lust auf bewegende Storytelling-Trainings mit Strategie und Spaß? Passend zu dir?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen
Cookie Consent mit Real Cookie Banner